Dienstag, Februar 27, 2007

schluchz heul schniif

Eine Träne sucht sich ihren Weg über meine rosige, faltenfreie Wange, schlängelt sich um meinen kecken Mundwinkel, läuft über mein porenreines Kinn und tropf auf meine Tastatur.

Das war jetzt mal ein dermatologisch-poetischer Einstieg, oder?

Tatsache ist, die Träne gibts nicht, aber sie steht für meine Einsamkeit, meine Hilflosigkeit. (für Langeweile sollte sie auch stehen, aber deswegen weint man ja nicht). Vorne weg, es geht in diesem Blog für einmal nicht um Severin (vielleicht am Rande, mal sehen) also alle Severinfans (falls es die gibt) müssen gar nicht mehr weiterlesen.
Es geht um mich! ich liege Nachmittags um 14.20 Uhr im Bett, das Notebook auf dem Schoss, und schreibe an meine Leser, die es wahrscheinlich gar nicht gibt (Einsamkeitssymptom). Viele finden das vielleicht verlockend, dann können sie gern vorbei kommen und wir nehmen einen Lungentausch vor. Ich habe nämlich eine Lungenentzündung. Ärztlich bestätigt von einem Arzt im Notfalldienst in Bern, am Sonntag Mittag, inklusive Röntgenbild, das ich nach hause nehmen konnte. Exklusive Bilderrahmen. Mein Liebster war so nett und hat mich begleitet. Neben älteren Damen, die wohl jedes Wochenende herkommen und betrainerten Drogenabhängen oder Obdachlosen oder Asylanten inklusive "Bodygard"wartete ich mit 39.6° Fieber auf den Arzt. Die Schwestern waren äusserst nett und lieb, halt Engel in Weiss. Sie brachten mich in ein Behandlungszimmer, damit ich mich hinlegen konnte.
Auftritt des Arztes.
Der Arzt "Was fehlt ihnen denn?" vollkommen ungläubig
Ich " Liege seit fünf Tagen mit Fieber, Husten und Schmerzen im Bett" Gerade erwacht
Soviel zum ersten Kontakt. Es folgte die übliche Untersuchung. Der Arzt sah leider etwas mehr wie ein Metzger aus mit seinem am Rücken zusammengebundenen weissen Anzug? Schürze? Übergewand? und was noch besser zu Metzger passte als zu Arzt, er hatte unter diesem weissen Etwas nichts an. Fleischige schweinefarbige Hautfetzen brannten sich in mein fieberdurchströmtes Gehirn. Ich war den Händen dieses Mannes ausgeliefert. (übertriebenes Selbstmitleid)
Wie dem auch sei. Nun bin ich versorgt mit Pillen, Tabletten und Sirup. Nur einen süssen knackigen Pflegebursche wollte er mir nicht verschreiben und Freunde erst recht nicht. Ich bin schliesslich ansteckbar (hat das einer von euch gewusst?)
Und darum bin ich jetzt einsam, alleine und mit Selbstmitleid eingedeckt zu hause in meinem Bett mit meiner imaginären Träne. Und wenn Severin am Abend endlich nach hause kommt, dann ist das wohl der einzige Moment, in dem ich wirklich alleine sein möchte.

möchte jemand meine Röntgenbilder auf ebay ersteiger?

Keine Kommentare: