Samstag, April 21, 2007

Gähnende Leere...

Liebe Zimmersuchende und Severinanhänger,

gähnende Leere herrscht. In meiner WG zum Glück (oder zum Glück in meiner WG oder zu meinem Glück in der WG) und in meinem Herz-Kopf-Areal. Severin is gone. Und entgegen aller Hoffnungen (von wem auch immer) wird er nie mehr zurückkehren. Severin hinterläst eine grosse, saubere und unanständig anständige Lücke bei mir. Ohne Severin ist es auf einmal so still. Obwohl Severin immer leise war. Vielleicht habe ich seine Anwesenheit immer nur auditiv wahrgenommen. Und jetzt sind alle meine Antennen auf Empfang und Severin sendet nicht mehr. Seine Abwesenheit eröffnet mir jedoch auch die ungeahnten Weiten des Badezimmers, der Küche und meiner Privatssphäre. Ich war heute sage und schreibe eine Stunde im Badezimmer. Und ich liess die Türe offen. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie gut ich jetzt aussehe, nach all den Cremchen, Lotionchen und Peelingchen für jede erdenklich Körperstelle.

Was ich euch noch schuldig bin: Das Abschiedsessen
Severin bekochte mich und Hans-Peter. Und das tat er sehr gut. Es gab Safranrisotto mit Spargeln und einem Schuss Marillenschnaps. Göttlich. In wie weit es Hans-Peter geschmeckt hat, kann ich nicht beurteilen. Er wahrscheinlich auch nicht. Auf einem gewissen grünen Level, schmeckt entweder alles unbeschreiblich gut oder unbeschreiblich gleich. Auf jeden Fall gabs eine flotte Flasche Wein dazu. Und eine etwas ergraute Kokoscreme zum Dessert. Nahtlos gings zum Kaffee über. Und da übertrumpften Severin und ich einander und überforderten gleichzeitig Hans-Peter. Beide fuhren wir mit schwerem Geschütz auf. Von meiner Seite kam die Trockenbeerenauslese Aurum und der Rotweinlikör Opas Rezept. Severin brachte den Marillenschnaps und den Proseccograppa auf den Tisch. Und Hans-Peter wusste nicht mehr wo ein noch aus.
Es war ein absolut friedlicher Abend. Wir haben uns glänzend unterhalten. Vor allem über die liebe Welt der Promis. Und da bei uns auf dem stillen Örtchen immer meine Promiszeitschriften liegen, konnten wir eine lange Diskussion über Kate, Paris und Donald starten. (der liegt nämlich auch auf dem Klo)

Doch jetzt ist Severin weg. Doch ich liess es mir nicht nehmen, bis in sein Innerstes vorzudringen und das letzte Geheimnis zu lüften. DAS GEHEIMNIS DES LEOPARDEN HERZEN MIT SCHWANZ!!!!

Wer kann sich an einen meiner ersten Blog erinnern? (Nachlesen möglich) Da fragte ich mich noch, ob Severin nicht doch vom anderen Ufer ist. Vor allem als ich das riesige Plüschherz mit Leopardenfell überzogen sah. Und als ob das noch nicht genug wäre, das riesige Herz hat einen langen Schwanz. Das ganze halbe Jahr über, habe ich dieses Herz nicht mehr gesehen. Gestern, als Severin seine Sachen packte, stach es mir fast die Augen aus. Das Leoparden Herz mit Schwanz. Jetzt weiss ich, dass es sein Lese Herz ist. (gibt es für alles ein Herz? Turn Herz? Trink Herz? Tanz Herz?) Und ich erfuhr, dass er es wunderschön findet, weil es von seiner Exfreundin ist. und vor allem weil sie es selbst gemacht hat. Schade.
Eigentlich wäre mir eine Story über vergangene homoerotische Spielchen vor seiner seriös netten Zeit lieber gewesen. Aber so ist er nun mal der liebe Severin. Und so werde ich ihn in Erinnerung behalten. Und nur dort.

Severin, falls aus diesem Blogerlebnis jemals so was wie ein Buch werden sollte. Hoffe ich für dich, dass es dir nie in die Hände fällt. Und wenn doch, reden wir über eine Gewinnbeteiligung.
Danke und auf Wiedersehen

Mittwoch, April 18, 2007

Die Aus-schliess-aktion

Ihr Lieben hinter und mit Schlüssel vor der Türe,

Severin hat mich letzthin aus meiner eigenen Wohnung ausgeschlossen. Sprich, er hat vorbildlich die Türe verschlossen, als er ins Bett ging, aber hinterbildlich hat er den Schlüssel stecken lassen. Ich komme gegen Mitternacht müde von einem langen Arbeitstag und mit einer vollen Blase gesegnet nach hause und will mich einfach nur noch ins Bett legen, da passt doch mein Schlüssel nicht ins Schloss. Lautes Klingeln half nix. Es hörte mich niemand. In meiner Vollen-Blase-Verzweiflung versuchte ichs auf dem Handy von Severin. (Zuerst wollte ich auf unser Festnetz anrufen, aber irgendwie habe ich wohl meine eigene Nummer vergessen) Severin, allzeit bereit, denn es könnte ja wer auch immer anrufen und was auch immer wollen, nahm tatsächlich den Anruf den entgegen. Schlaftrunkend öffnete er mir die Tür und schwups war er schon wieder im Bett.

Was wollte Severin mir mit dieser Aktion mitteilen? Will er mich nicht mehr in seinem Leben haben? Verschliesst er sich mir gegenüber? Hat er mit meiner WG zum Glück schon abgeschlossen? Ich will es nicht wissen.

Im Übrigen ist mir noch etwas eingefallen, dass ich ganz sicher nicht vermissen werde, wenn Severin in zwei Tagen auszieht:
Seine blauen Trainerhosen

Im Übrigen II kommt es heute Abend vielleicht noch zu Eklat. Abschiedsessen in unserer WG. Und was dann?

Weg ist er....

Dienstag, April 10, 2007

its the final countdown...

Juhuiiiuiuiuiui....

Freude herrscht, Herr Alt-Bundesrat. Mein heissgeliebter und kaltgehasster Mitbewohner, der auf den Namen Severin hört (tut er eigentlich nicht!!!) zieht Mitte April aus. Als er mir diese erfreuliche Mitteilung schonend mitteilte, erwartete ich von meiner Seite her ein Feuerwerk der Gefühle voller Blindgänger. Doch ich fühlte nichts... einfach nichts... nichts.
Nun hatte ich bis zum heutigen Tag genügend Zeit mich mit dem Gedanken anzufreunden, so wie die Blindgänger des nichtvorhandenen Feuerwerks auszusortieren und so einen neuen Gefühlsausbruch zu wagen. Dieser Ausbruch glich jedoch eher einem Blubbern im parasitenverseuchten Magen einer vergangenen Helicobaktergeschichte. (Müsst ihr nicht verstehen) Ich versuchte also, mich ein wenig in Abschiedsstimmung zu versetzten, obwohl es doch noch vierzehn Tage dauert, bis weg endgültig weg bedeutet, doch Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude.
Also habe ich angefangen die Vor- und Nachteile des Zusammenlebens mit Severin aufzulisten. Natürlich nur im Geiste, denn wenn er so eine Liste finden würde, behüte Gott den Teufel.
Eines nehm ich vorweg, Nachteile sind leichter zu finden als Vorteile.
Nachteile:
"Grüezi, Grüezi, wie hesches?"
Mit Tuperware vollgestopfter Frigor
Verlust meiner Identität, oder zumindest das Gefühl davon
Müesli-Geräusche morgens um sieben
Penetrant versteckte Flirterei

Um ein wenig die Waage zu halten, nun doch noch ein paar Vorteile, obwohl ich im hintersten Teil meines Kopfes noch mehr Nachteile finden würde, da sich da der gemeine Teil meines Gehirns befindet.

Vorteile:
Pfälzerrüebli-Mango-Sauerrahm-Ingwer-Sauce
Sauber gepuzte Wohnung - immer
Ein Osterhasentorso ohne Torso
Die Liebe zum Wein

Naja, so gross ist die positive Ausbeute nicht. Den grössten Vorteil des Zusammenlebens mit Severin besteht jedoch darin, dass einem nie die Ideen für den eigenen Blog ausgehen.
Ich werde mich jetzt dezent zurückziehen und an einer Lobeshymne für Severin arbeiten.
Vielleicht entsteht dabei doch noch ein kleines Tränlein, welches Severin nachweint.