Mittwoch, November 29, 2006

Einsam, zweisam, dreisam

Befassen wir uns mal mit der Definition von WG. Ausgeschrieben bedeutet diese Abkürzung doch Wohngemeinschaft. Wohnen tun wir alle, das muss ich nicht näher erläutern Gemeinschaft? Da war doch was... "Unter Gemeinschaft (herrührend vom Wort gemein = gemeinsam) versteht man die zu einer Einheit zusammengeführten Individuen (Gruppe), wenn die Gruppe emotionale Bindungskräfte aufweist und ein Zusammengehörigkeitsgefühl vorhanden ist." So ähnlich deutsch stehts auf Wikipedia (dein Freund und Helfer) Betrachten wir doch mal meine WG zum Glück. Individuen sind wir wohl alle mehr oder wenig, auch wenn einige von uns ihr Individuum in viele kleine Individuenchen aufteilen (damit meine ich weder Severin noch Hans-Peter). Von emotionalen Bindungskräften kann jedoch bei uns nicht ausgegangen werden. Das einzige was uns emotional verbindet, ist der wohl praktisch fast schon leere jedoch mit einem Anstandsrest versehenen Milchbeutel. Wohl gemerkt, ich spreche von einer emotionalen Bindung zwischen uns dreien. Denn eigentlich fühle ich mich mit Severin und Hans-Peter emotional verbunden, jedoch nicht mit beiden gleich und gleichzeitig. Zwischen Severin und Hans-Peter besteht jedoch glaub ich nur eine "wir- sind-beide-von-männlichem-Geschlecht-Bindung". Das für eine Gemeinschaft erforderliche Zusammengehörigkeitsgefühl ist wahrscheinlich gar nicht erst bei uns eingezogen.

Es kommt nicht von ungefähr, dass ich mich mit solchen Gedanken beschäftige. Fakt ist, dass ich eigentlich mit Severin gestern abgemacht habe, am Abend gemeinsam die Wohnung ein wenig festlicher zu dekorieren. Sprich Adventskranz, Adventskalender usw. Ich malte mir diese Szene so richtig schön und gemütlich aus. In meiner Vorstellung gesellte sich Hans-Peter zu uns. Es gab Glühwein und Stäcklini und zum Schluss sangen wir gemeinsam die schlimmsten Weihnachtsbaladen.
Fakt ist, ich sass den ganzen Abend allein vor dem Fernseher, während dem die Herren der Schöpfung es sich in ihren Zimmern gemütlich machten.

Ich fordere eine neue Definition von WG. Wie wäre es mit Waschlappengesellschaft?!

Freitag, November 24, 2006

Die Privatisierung des Kerzenscheins

Meine lieben und liebsten,

Ich erlebte diese Woche einen wunderschönen, wenn auch zeitweise etwas komisch anmutetenden Abend mit meinem Liebsten. Interessant dabei ist, dass wir unsere Zweisamkeit in meiner männerdominierenden WG erlebten und das bei Full House. Wie habe ich das geschafft?
(Nein, ich habe die anderen zwei nicht betäubt und eingeschlossen)

Ich bin in die Privatwirtschaft eingestiegen. Und das mit Kerzenlicht, drei-Gang-Menu und erotisierender Musik (hast du das überhaupt gemerkt, mein liebster). Es versteht sich von selbst, dass wir uns nicht auf dem Marktplatz der WG ausbreiteten. Wir verschwanden sozusagen von der Bildfläche. Zumindest visuell. Mein Büro wurde kurzerhand zum Szenelokal mit Platz für gerade mal zwei auserwählte Gäste.
Es war denn auch ein schöner, feucht-fröhlicher Abend mit vielen Überraschungen (und ich meine nicht nur die für Kinder).
Doch das persönliche Highlight war für mich mein schlechtes Gewissen, dass ich gekonnt diktatorisch unterdrückt und in den Keller der Vernunft gesperrt habe.
Was hat sich wohl Severin bei der ganzen Sache gedacht? Überhaupt was? Was hat er an diesem Abend gegessen? Hätte ihm unser Wein vielleicht nicht auch geschmeckt? Fühlte er sich ausgestossen? Könnte ich jetzt endlich mit diesen albernen Fragen aufhören????

Den Anstoss für meine Privatisierung war eigentlich von edlem Blut. Ich wollte mich auf dem Marktplatz nicht ausbreiten und meinen zwei anderen Bewohnern die Möglichkeit geben, in die Röhre zu gucken, oder so...

Fazit: Hans-Peter ging ausser Haus und kam erst am nächsten Morgen wieder (schlimmer Finger) und Severin hat sich sehr dezent verhalten und sich bald einmal heimlifeist in sein privates Gemach begeben.
Nur ich und mein Liebster hatten jede Menge Spass mit dem zu klein geratenen Kellner auf Rädern und dem wasserdichten Zauberer in ich-sitze-gerade-auf-dem-Klo-Pose. (Sowas nennt sich heute Kinderüberraschung).

ich werde mich später wieder einmal um den Markt kümmern.

big kiss

Sonntag, November 19, 2006

Brot oder Roggenbrot, das ist hier die Frage

hallo ihr Herbstverweigerer und Winterverwünscher

Was für ein goldiger Herbst. Oder befinden wir uns etwa noch im Altweibersommer? Im Moment sieht es wohl eher nach Junggirliherbst aus, oder Machozwischensaison? (hehehe) lassen wir das Thema mal Thema sein...
Nach einem weiteren Kurztrip ins Wallis bin ich also wieder in meiner WG zum Glück. Es war ein schön familiärer Trip in luftiger Höhe und besinnlichen Kapellen. Doch was wäre ein Wallisertrip ohne Roggengänge (Botengänge im Sinne des Roggenbrot) für Severin. Diesmal erhielt ich eine ausführliche Bestellung. und diese habe ich dann auch noch promt geliefert, einkassiert (inklusive Trinkgeld) und... ja und was? Gegessen habe ich davon nichts. Und genau da stellt sich mir die Frage: Meins oder deins oder der Allgemeinheit? Um die ganze Situation etwas bildlicher darstellen zu können, lege ich hier eine nicht ganz so detaillierte, jedoch vielleicht etwas überspitze Beschreibung unserer Frigors dar. Oberstes Fach: Irgendetwas Essbares, das kann jeden Tag etwas anderes sein. Permanent vorhanden sind dort aus beziehungstechnischen Gründen eins bis zwei Schoggiyoghurt für meinen Liebsten. Zweites Fach: fast schon mein Revier. Zu finden gibts da Hartkäse, Weichkäse, geriebener Käse (der ist nicht von mir), Frischkäse und Frischkäse. Manchmal etwas Gemüse. Drittes Fach: Hans-Peters Fach? oder so. jetzt aber, im untersten Fach befinden alle kulinarischen Gelüste von Severin. Das pikante an diesem Fach, es ist eigentlich das Gemüsefach (also so eine Art Schublade) und irgendwie habe ich das Gefühl, diese "Kammer des Schreckens" nicht öffnen zu dürfen.
Was ich euch hier vermitteln möchte, ist die Tatsache, dass bei uns jeder so ein wenig für sich ist und isst und somit folgt die einfache Regel: Wer bezahlt, darf das Bezahlte essen.
Da stellt sich mir doch die Frage, ob ich von dem Roggenbrot nun essen darf oder nicht? Fakt ist, es ist ein Walliserbrot und gehört quasi in meine Familie und ich habe es nach Bern befördert. Andererseits hat Severin es ausdrücklich bestellt und bezahlt. Was tun?

Bevor hier die Roggenschlacht ausbricht, schaue ich doch noch mal in den Brotsack und stelle fest, dass Severin das Brot der Roggen bereits aufgegessen hat....



Freitag, November 10, 2006

ein käsefondu und seine folgen

holà muchacos oder so...

als meine liebste aless bei uns in der WG war, mussten wir das feiern. und wie feiern ein paar walliser die alessche rückkehr? mit einem flotten käsefondu. als ich das letzte mal fondu gegessen habe, war meine liebste martina inklusive juli noch da. (detail am rand, martina und juli, der limoncello lebt weiterhin und wartet auf eure rückkehr) zurück zum fondu. manchmal kommt es vor, dass ein esslöffel zu einem teelöffel sagt: man bist du klein! verzaubert von dieser aussage, hat aless sich für den esslöffel entschieden, wer hätte das nicht auch getan? bewaffnet mit zwei esslöffel voll maizena (anstelle von zwei teelöffel maizena) hat sich aless also ans fondu gemacht.
es hat uns allen sehr gut geschmeckt. und wir hatten einen schön zart schmelzigen abend.
Ohne severin. der war nämlich leider verhindert.
am nächsten tag, als er müde von der arbeit kam, erlebte er eine klebrige nicht aufgeräumte küche. so hat er es erzählt. und da hat er sich ein wenig (für mich unverständlich ;-)) aufgeregt. naja, was kann ich dafür, dass in unserer fondupfanne zwei zentimeter käse angebrannt waren.
nun, lange rede kurzer sinn: ich habs aufgeräumt und das nächste mal gibts nur noch dann fondu, wenn severin auch da ist. gerechtigkeit muss sein.
schönes wochenende

Dienstag, November 07, 2006

aless is back

she is back, meine liebe aless, der geschlechtliche ausgleich in der WG.

endlich wieder eine frau im haushalt. wenn auch nur diese woche. naja, wenn aless nicht länger zu mir kommt, muss ich halt zu ihr gehen, auf den berg, ins tal, äbrüf ins loch... wo immer du auch gehst, ich werde dich finden. zum glück wohnt mein schwesterlein auch äbrüf im loch. da könnte ich doch mal einen abstecher zu ihr machen. "hey schwesterlein, melde mich hiermit offiziell an" für irgendwann.
im moment ist unsere WG eigentlich eher ein durchgangslager oder ein hostel? ich wohne mit zwei verschiedenen leute zusammen, die ich fast nicht zu gesicht bekommen, die aber immerhin einen teil der miete bezahlen und somit eigentlich sehr willkommen sind. vielleicht sollten wir mal einen WG ausflug machen. es wird wohl schwer etwas zu finden, dass alle beglückt.
im übrigen habe ich von martina gehört. nur noch etwa fünf monate und sie ist wieder back in town. und darauf freue ich mich jetzt schon und plane so einige aktionen für ihre rückkehr und vor allem aktionen, die verhindern, dass sie dann gleich wieder weg geh. (hehehe)

häbet sorg ich mier öi
munz

Donnerstag, November 02, 2006

hans-peter oder severin? wer muss raus?

naja, wir sind ja hier nicht bei big brother oder einer casting show (interessant wärs ja..) aber wer sollte denn gehen wenn ich einen von ihnen gehen lassen könnte oder anders gesagt, wenn ich einen von ihnen rauswerfen könnte (nicht dass ich das möchte...)
"es kommt alles wie es kommen muss" irgendwer hat doch mal so was gesagt. und irgendwie glaube ich diesem jemand. also, ich frage nun, musste es so kommen, dass sich zwei absolut gegensätzliche menschen in mein leben oder zumindest in meine wohnung schleichen. eigentlich sind diese zwei gegensätze kein problem, das problem ist, dass sich beide gegensätze in mir vereinen. daraus folgt, ich bin severin und hans-peter. ist das denn möglich? severin bringt mich zur ruhe, hängt nicht andauernd am natel oder am fernseher oder am computer. er ist die ruhe selbst. liest gern und kocht gern und interessiert sich für viele dinge, für die ich mich auch interessiere. auf der anderen seite ist da hans-peter. er ist der party-freund, nimmt das leben nicht immer von der ernsten seite. kann lachen, kann sich selbst zerstören, heilt sich selbst wieder... genau wie ich.
also du liebes schicksal oder du da oben oder da unten oder sowieso, was zum teufel soll diese schicksalhafte begegnung mit severin und hans-peter? und wer bitte schön, sollte gehen? welche seite von mir sollte endlich schweigen? wohl keine. ich bin, was ich bin, was ich bin.

und wer verlässt das haus? wahrscheinlich derjenige, der meine vita kekse gegessen hat.

Mittwoch, November 01, 2006

meine milch und dein aschenbecher

guten morgen aus dem nebligen nebel,

die woche ohne severin und hans-peter ist passé und kaum zurück fangen die wg probleme an? das kann doch nicht dein ernst sein, severin, ehrlich... ich weiss jetzt, dass ein beutel milch 1.45 kostet, den werde ich wohl bezahlen müssen. denn schliesslich habe ich severins milch ausgetrunken ohne severin zu fragen. (schliesslich stand auch nicht severin drauf und es war nicht in seinem fächlein. er ist der einzige, der ein fächlein hat) wahrscheinlich werden wir jedoch diese 1.45 franken unter uns drei aufteilen, denn hans-peter hat auch von der verbotenen milch gekostet. vielleicht werde ich das ganze mal an einer wg sitzung in das gespräch milchig einfliessen lassen. wer weiss...

ein aschenbecher ist ein aschenbecher ist ein aschenbecher und kein schnapsglas!!! diese schmerzliche erfahrung musste hans-peter machen. meine these zu dieser ganzen problematik ist folgende: hans-peter hat sich einen edlen tropfen genehmigt, natürlich von seinem eigenen vorat im keller, und hinterher eine geraucht. und da whiskey bekanntlich einen rauchigen nachgeschmack haben sollte, hat er einfach das glas geräuchert. punkt.

wenn das unsere grössten probleme sind/waren, kann ich mich ja glücklich schätzen. und genüsslich das wg leben geniessen. wers glaubt wird seelig und trinkt milch